Eine Mini-Tauchflasche OX500 oder OX500Plus liefert bis zu 8 Minuten Luft, eine OX1000 etwa 15 Minuten. Das sind Höchstwerte. Wie unser Vergleich der drei Modelle erklärt, gelten sie nahe der Oberfläche bei ruhiger Atmung. Sobald du tiefer gehst, dich anstrengst oder frierst, leert sich die Flasche schneller.

Hier erfährst du, warum das so ist und wie du deine eigene Zeit unter Wasser mit Reserve abschätzt.

Eine Flasche enthält Luft, keine Minuten

Die drei OXSEA-Modelle haben denselben Betriebsdruck: 200 bar. Was sie unterscheidet, ist das Volumen: 0,5 Liter bei der OX500 und der OX500Plus, 1 Liter bei der OX1000. Bei gleichem Druck enthält die OX1000 also doppelt so viel Luft.

Wie lange dir diese Luft reicht, hängt davon ab, wie schnell du sie veratmest. Die angegebenen Minuten setzen ruhiges Atmen nahe der Oberfläche voraus. Dein eigener Verbrauch kann höher liegen.

Was die Physik sagt: Druck und das Gesetz von Boyle-Mariotte

An der Oberfläche lastet der Luftdruck auf dir, etwa 1 bar. Unter Wasser kommt das Gewicht des Wassers dazu: 1 bar mehr pro 10 Meter. Der Gesamtdruck, auch absoluter Druck genannt, beträgt also 1,5 bar in 5 Metern und 2 bar in 10 Metern: Er steigt um 1 bar je 10 Meter und verdoppelt sich nicht mit jeder Stufe.

Das Gesetz von Boyle-Mariotte besagt, dass bei konstanter Temperatur das Volumen eines Gases umgekehrt proportional zum Druck ist, unter dem es steht (P × V = konstant). Nun liefert dir der Atemregler die Luft mit dem Umgebungsdruck. In 10 Metern Tiefe entnimmt jeder Atemzug der Flasche also doppelt so viel Luft wie an der Oberfläche. Ein Kurs zur Tauchphysik des französischen Tauchsportverbands FFESSM nennt das Beispiel eines Tauchers, der an der Oberfläche 20 Liter pro Minute verbraucht: In 10 Metern sind es 40.

Bei einer Mini-Tauchflasche spürst du den Effekt schon in den ersten Metern:

Tiefe Absoluter Druck Luftentnahme pro Atemzug Tauchzeit im Vergleich zur Oberfläche
Oberfläche 1 bar Referenz 100 %
1 m 1,1 bar +10 % etwa 91 %
2 m 1,2 bar +20 % etwa 83 %
3 m 1,3 bar +30 % etwa 77 %
5 m 1,5 bar +50 % etwa 67 %

Diese Tabelle ist eine theoretische Rechnung bei gleichbleibender Atmung. Anstrengung, Kälte und Stress kommen zur Wirkung der Tiefe noch hinzu.

Was deinen Luftvorrat schrumpfen lässt

Anstrengung. Gegen die Strömung anschwimmen oder einen Propeller freischneiden kostet Kraft, und Anstrengung beschleunigt die Atmung. Das Divers Alert Network (DAN), eine auf Tauchsicherheit spezialisierte Organisation, gibt an, dass manche körperlichen Tätigkeiten unter Wasser die Luft fünf- bis zehnmal schneller verbrauchen können als sonst. Zu viel oder zu wenig Blei zwingt dich ebenfalls zu mehr Arbeit und erhöht den Verbrauch.

Kälte. Wasser leitet Wärme 20- bis 27-mal schneller als Luft, betont DAN Europe: Man kühlt darin schnell aus. Ein Schulungsdokument der FFESSM zum Thema Kälte beim Tauchen nennt einen höheren Luftverbrauch als eine der Folgen und weist darauf hin, dass auch das Atmen kühler Druckluft auskühlt. Ein zur Wassertemperatur passender Anzug schont also deinen Luftvorrat.

Stress. Die erste Nutzung oder trübes Wasser können nervös machen, und Angst beschleunigt die Atmung. DAN rät, in solchen Momenten den Luftvorrat genauer im Blick zu behalten. Mach deine ersten Versuche in ruhigem Wasser, in dem du stehen kannst.

Deine Atmung. Jeder hat seinen eigenen Verbrauch, und er schwankt auch von Tag zu Tag. Atme ruhig und gleichmäßig und halte nie den Atem an, um Luft zu sparen: Beim Aufstieg ist das ein echtes Risiko (siehe unten).

Der Fülldruck zu Beginn. Nach P × V enthält eine Flasche mit 100 bar etwa halb so viel Luft wie dieselbe Flasche mit 200 bar. Wurde die Flasche nicht ganz gefüllt, sinkt deine Zeit unter Wasser im selben Verhältnis.

Deine echte Zeit unter Wasser abschätzen

Zwei Methoden, die du am besten kombinierst.

1. Die Rechnung über die Tiefe. Geh von der angegebenen Zeit aus, die nahe der Oberfläche bei ruhiger Atmung gilt. Teile sie durch den absoluten Druck in der Tiefe, in der du bleiben willst, also 1 + (Tiefe in Metern ÷ 10). Beispiel: Mit einer OX500 in 2 Metern ergibt 8 ÷ 1,2 etwa 6 Minuten 40 Sekunden. Auch das ist ein Höchstwert. Zieh deine Reserve ab (siehe unten) und rechne mit weniger, wenn du dich anstrengst oder das Wasser kühl ist.

2. Deinen eigenen Verbrauch messen. Notiere in ruhigem, flachem Wasser den Anfangsdruck am Manometer und lies ihn nach 2 Minuten normaler Aktivität erneut ab. Ein Beispiel mit fiktiven Zahlen: Fällt die Nadel in 2 Minuten von 200 auf 150 bar, verbrauchst du 25 bar pro Minute. Bei einer vollen Flasche mit 200 bar und 50 bar Reserve bleiben dir 150 bar nutzbar, also etwa 6 Minuten in diesem Tempo. Wiederhole die Messung unter echten Bedingungen, mit einer echten Aufgabe: Auf diesen Wert kommt es an.

Das Manometer ablesen und eine Reserve einplanen

Das Manometer zeigt den Restdruck in der Flasche, also wie viel Luft dir bleibt. Die OX500 hat ein integriertes Manometer, die OX500Plus wird mit einem externen Manometer geliefert.

  • Prüf vor dem Einstieg ins Wasser, dass die Nadel eine volle Flasche anzeigt.
  • Schau während der Nutzung oft darauf. Laut DAN ist Luftmangel der häufigste Auslöser von Tauchunfällen, und die Organisation rät, das Manometer regelmäßig zu kontrollieren.
  • Leg vor dem Einstieg fest, wann du auftauchst, und halte dich daran.

Für die Reserve rechnet ein Kurs zur Tauchphysik der FFESSM die Tauchzeit einer mit 200 bar gefüllten Flasche mit 50 bar Reserve, also einem Viertel des Anfangsdrucks. Wir raten dir, bei einer Mini-Tauchflasche genauso vorzugehen: Nähert sich die Nadel 50 bar, steigst du ruhig auf. Der Aufstieg braucht Luft, und eine unerwartete Situation (eine Maske, die vollläuft, eine Leine, die sich verfängt) ebenfalls.

Sicherheit: ohne Pause atmen, nahe an der Oberfläche bleiben

Das Gesetz von Boyle-Mariotte wirkt auch in die andere Richtung. Beim Aufsteigen sinkt der Druck, und die Luft in deiner Lunge dehnt sich aus. Hältst du die Luft an, kann dieser Überschuss nicht entweichen und die Lunge verletzen: Das ist die Lungenüberdehnung. Das MSD Manual gibt an, dass eine Gasembolie schon ab etwa 1 Meter Tiefe auftreten kann, wenn jemand Druckluft atmet und mit angehaltenem Atem schnell aufsteigt.

Geringe Tiefe schützt also nicht. DAN Europe nennt ein Beispiel: Bei einem plötzlichen Aufstieg aus 5 Metern an die Oberfläche würde das Gasvolumen um 50 % zunehmen, bei einem Aufstieg über dieselbe Strecke ab 20 Metern dagegen um 20 %. Auf gleicher Strecke sind die Volumenänderungen nahe der Oberfläche am größten, genau dort, wo man eine Mini-Tauchflasche nutzt.

Die wichtigsten Regeln:

  • Halte nie die Luft an, vor allem nicht beim Aufstieg.
  • Steig langsam auf und atme dabei normal.
  • Bleib in geringer Tiefe.
  • Lass dich vor der ersten Nutzung von einem qualifizierten Tauchlehrer einweisen: Eine Ausbildung ist empfehlenswert, auch bei gelegentlicher Nutzung.

Unsere Video-Tutorials helfen dir beim Umgang mit dem Material. Sie ergänzen eine Ausbildung, ersetzen sie aber nicht.

Welches Modell für die Zeit, die du brauchst

Die OX500 (199,99 €) passt zu kurzen Einsätzen: bis zu 8 Minuten, dank Mundstück aus Silikon im Mund gehalten, unter Wasser weniger als 1 kg schwer. Mit der Handpumpe füllst du sie in etwa 20 Minuten, ohne Strom.

Die OX500Plus (289,99 €) bietet dieselbe maximale Tauchzeit. Du trägst sie im Mund oder auf dem Rücken, mit Gurtzeug und externem Atemregler. Ihr externes Manometer ist dabei.

Die OX1000 (299,99 €) enthält doppelt so viel Luft: etwa 15 Minuten, auf dem Rücken mit Gurtzeug und externem Atemregler getragen. Gefüllt wird sie mit dem Minikompressor (etwa 20 Minuten) oder über eine Umfüllstation aus einer Tauchflasche (etwa 1 Minute). Die Handpumpe ist nicht kompatibel: Ohne Zugang zu einer Tauchflasche brauchst du den Minikompressor 12V, der an der Auto- oder Bootsbatterie genauso läuft wie am Stromnetz.

Einen Überblick über alle Modelle findest du bei unseren Mini-Tauchflaschen im Shop. Hast du eine konkrete Frage zu deinem Einsatz? Stell sie uns in der OXSEA School: Dort findest du auch Antworten auf häufige Fragen.

Häufige Fragen

Wie lange hält eine Mini-Tauchflasche?

Bis zu 8 Minuten bei der OX500 und der OX500Plus (0,5 L), etwa 15 Minuten bei der OX1000 (1 L). Diese Zeiten gelten nahe der Oberfläche bei ruhiger Atmung. Tiefer, unter Anstrengung oder in kaltem Wasser rechnest du mit weniger.

Ist die Tauchzeit in 1 Meter und in 3 Metern Tiefe gleich?

Nein. Der absolute Druck steigt von 1,1 auf 1,3 bar. In 3 Metern entnimmt jeder Atemzug etwa 18 % mehr Luft als in 1 Meter, und die Flasche hält bei gleicher Anstrengung etwa 15 % kürzer.

Warum war meine Flasche schneller leer als gedacht?

Oft kommen mehrere Ursachen zusammen: anhaltende Anstrengung, kaltes Wasser, der Stress der ersten Nutzung, eine größere Tiefe als geplant oder eine Flasche, die zu Beginn nicht voll war. Prüf den Druck vor jedem Einstieg.

Kann ich Zeit gewinnen, wenn ich die Luft anhalte?

Nein, und es ist gefährlich. Mit Druckluft riskierst du eine Lungenüberdehnung, wenn du beim Aufstieg die Luft anhältst, selbst in geringer Tiefe. Atme normal und tauch auf, wenn sich die Manometernadel deiner Reserve nähert.